Das Spiel war kurz, die Feier lang

Düsseldorf-Süd. Der dritte Aufstieg des TTC Champions in Folge ist perfekt. Nach dem Sieg am Samstag in Köln schlägt der Klub in der nächsten Saison in der Tischtennis-Regionalliga auf. Von Tim Breitbach
Nur 1:35 Stunden dauerte es, bis der Traum vom dritten Aufstieg in Folge zur Realität wurde. Länger dauerte es nicht, bis der TTC Champions mit 9:0 beim 1. FC Köln II gewonnen hatte und die Meisterschaft der Tischtennis-Oberliga unter Dach und Fach gebracht hatte. Danach wurde schnell geduscht, schneller noch ging es nach Düsseldorf zurück. Und nach der Rückfahrt wurde im Hause von Mitspieler Frank Müller erst gegrillt. Und dann mächtig gefeiert. Bis mindestens morgens um drei Uhr.
Mit dem Satz “Das Spiel war kurz, die Feier lang”, fasste Team-Manager Müller das Tischtennis-Wochenende der Erstvertretung des TTC Champions treffend und kurz zusammen, während Team-Kapitän Dominik Halcour gestern um die Mittagzeit gestand: “Langsam komme ich wieder in die Gänge, langsam werde ich wieder munter.”

Schließlich waren Halcour und Zbynek Stepanek nach der “offiziellen Team-Aufstiegsfete” noch zu einem (längeren) Trip durch die (Alt-) Stadt aufgebrochen. Was der ehemalige Bundesliga-Akteur Halcour zu erklären wusste: “Wir waren mit den Champions schon einmal ein Jahr in der Regionalliga. Dann sind wird bis in die Verbandsliga abgestiegen. Von dort aus haben wir drei Aufstiege in Serie erkämpft und sind jetzt wieder in der Regionalliga. Das muss einfach gefeiert werden. Vor allem, weil wir eine so eingeschworene Mannschaft sind. Das war auch unser Vorteil im Kampf um die Meisterschaft.” Denn ob Evgueni Chtchetinine oder Florian Wagner, alle hätten sich in den Dienst des Teams gestellt und seien manches Mal trotz Krankheit oder Verletzung angetreten. Wohl wissend, dass sie verlieren, aber das Team dadurch gewinnt, sagte Halcour.

Der ehemalige Europameisterschafts-Teilnehmer Stepanek, der in Köln trotz einer Leistenzerrung antrat und gewann, freute sich, schelmisch grinsend: “Im Vorjahr wurden wir in der Verbandsliga als Titelfavorit gehandelt. Da ist ein Aufstieg eher eine Erleichterung. Aber Aufstiege als Außenseiter wie in dieser Saison machen besonders viel Spaß.”

Klar, dass die Mannschaft zusammenbleibt. Doch eine Ungewissheit gibt es noch: Ex-Jugend-Nationalspieler Florian Wagner wird sich um Studienplätze unter anderem in Berlin und Peking bewerben, aber dem TTC treu bleiben. Und immer dann spielen, wenn er kann. Falls er jedoch nach China geht, haben Müller und Co. schon vorgesorgt.
Vom Regionalligisten TSV Ronsdorf wechselt Linkshänder Minh Tran Le zu den Champions. Der in Düsseldorf wohnende Le trainiert bereits beim TTC und war bei den Bergischen die Nummer eins. Er kommt mit der Empfehlung einer 20:16-Bilanz und ist als exzellenter Doppelspieler (17:3-Bilanz) bekannt. “Er passt menschlich und sportlich ins Team. Wenn Florian uns erhalten bleibt, wird rotiert. Dann setzt mal der, mal jener aus. Das ist kein Problem”, sagt Halcour.

Auf dem Weg zum Aufstieg hat der TTC mit seinen acht Spielern in 18 Spielen 17 Siege gelandet – darunter zwei gegen Titelfavorit und Vizemeister TTC Altena – und nur bei der TG Neuss verloren. Weil Ex-Europameister Evgueni Chtchetinine in Neuss verletzt antrat, ein Spiel verlor und Wagner erkrankt beide Einzel abschenkte.

Zwei Spieler schafften ein besonderes Kunststück: Chtchetinine verlor in der Hinrunde, Stepanek in der Rückrunde kein Einzel. Unter den Spitzenspielern der Oberliga war Champions-Ass Chtchetinine die Nummer eins, Wagner die Nummer zehn, im “mittleren Paarkreuz” war Stepanek der beste.

Quelle: RP